Spanischlernen in Ecuador


Warum Spanischlernen in Ecuador bzw. Südamerika und nicht in z.B. in Spanien?
Die Antwort scheint etwas trocken und egoistisch: Wegen den Preisen, vor allem bezüglich Arbeitszeit. Eine Unterrichtsstunde in Ecuador kostet mit ca. $5 etwa 10-15% einer Stunde in Deutschland, vielleicht 15-20% einer Stunde in Spanien. Unterkunft ist für uns ähnlich günstig, Grundnahrungsmittel kosten ca. die Hälfte, sodaß man mit demselben Betrag, den bei uns in Europa eine Woche verschlingt, in Ecuador als Tourist ein bis eineinhalb Monate gut leben bzw. lernen kann.

Das hat wenig mit Egoismus oder "Geiz ist geil" zu tun. Wer nur 1-2 Wochen Zeit investieren kann oder will, ist als Europäer in Südamerika sicherlich falsch und würde auch durch die teuren und langen Flüge wenig gewinnen. Wem aber seine persönliche Situation grade eine längere, vielleicht mehrmonatige Reise erlaubt, der "spart" nicht nur in einem armen Land wie Ecuador, nein, es ist vielleicht sogar die einzige Alternative, die man sich leisten kann, denn meist hat man dann (z.B. nach Schule oder Studium oder zwischen zwei Jobs) nicht unbegrenzt Geld und mehrere Monate Sprauchunterricht in einem europäischen Land wären unbezahlbar.

Darüberhinaus: Mehrere Monate in einem anderen Land die Sprache aktiv lernen, schafft eine Sprachfertigkeit, die man sein Leben lang nie wieder vergißt oder verlernt und ist 1000mal effektiver als 20 Jahre Volkshochschulkurs, 1-2 Wochen Spanien oder Malta mit Berlitz oder ab und zu Relaxen auf den Kanaren oder Balearen...
Das man ein fremdes Land und eine neue Kultur in dieser Zeit noch ausführlich und gründlich kennen- und schätzen lernen kann, gibt's noch gratis dazu.

Zum Lernen in Ecuador:

Quito:
Quito hat alles zu bieten, was der moderen "Gringo" braucht, Hostals aller Preislagen, Reisebüros, Internetcafes, Restaurants, alle möglichen Verkehrsmittel und viel Kultur und Geschichte, dabei (für Südamerika) noch bis auf einige Viertel erträglich sicher, ein besonders geballtes Angebot gibt es im Viertel "Gringolandia".
Somit ist Quito ein guter Startpunkt, nach ein paar Wochen wird es aber etwas anstrengend und auch etwas teurer als auf dem Land.
Jos Sprachschulempfehlung in Quito:

Atahualpa - Die Sprachschule für Quito und Sprachreisen in Ecuador mit schweizer Ansprechpartner


Banios:
In nur 3-4 Stunden ist man mit dem Bus der hektischen Hauptstadt entflohen und in Banios, herrliche Landschaft, dabei kleiner, ruhiger, sauberer, sicherer, etwas günstiger und es gibt trotz der beschaulichen Größe auch mind. ein dutzend Sprachschulen und dutzende von Hotels und guten Restaurants.
Unser verbliebenen Favoriten an Sprachschulen in Banios (die Chefin der besten Schule habe ich entführt...) sind:
- Raices (1/2 km außerhalb des Zemtrums)
- Banios Spanish Center
- Mayra

Andere Orte:
Banios und Quito sind vermutlich mit die besten Plätze in Ecuador zum Spanischlernen. Daneben bieten sich noch an:
- Cuenca (leider etwas weit weg/sehr lange Busfahrt von Quito aus)
- Loja und Vilcabamba (noch weiter weg, aber relativ gut per Inlandsflug erreichbar)
Definitiv nicht anzuraten für längere Zeit für Fremde/Gringos sind aus Sicherheitsgründen z.B. Guayaquil und Ambato.

Alternative:
Sehr interessant für uns "reiche Gringos" ist, mit einem Sprachlehrer einer Schule zu reisen bzw. sogar noch einfacher, die Schule organisiert einem die Reise sogar meist und man muß sich nicht um Hotel, Essen, Bus/Flug oder Tagestouren kümmern. Besser kann man gar nicht reisen, man hat seinen Sprachlehrer, Dolmetscher, Reiseführer und Bodyguard in einer Person dabei! Ok, alle Details kennen sie auf der Reise auch nicht und klar sind sie keine Bodyguards, aber sie wissen wo und wann es kritisch wird. Und die Mehrkosten dafür sind (für uns Deutsche) lächerlich, da Arbeitszeit dort eben immer noch kaum etwas kostet, man zahlt ca. $100 pro Woche für den Unterricht, nochmal 100 für Unterkunft und Essen, vielleicht nochmal 100 für die Reise (Fahrtkosten, Eintritt, lokale Führer z.B. bei Dschungeltouren), dann sind es vielleicht grade nochmal 100 extra für den Lehrer, für seine Reisekosten. Daß er neben den Unterrichtsstunden noch den ganzen Tag einem Gesellschaft leistet, einem Sachen erklärt und mit einem dabei noch automatisch die Sprache übt, ist quasi gratis dabei. Wer würde das in Deutschland für umme mitmachen??? Oft sind die Lehrer auch noch jung oder Singles, denen es Spaß macht, herumzureisen und ihr eigenes Land auf diese Weise kennenzulernen, was sie sich privat evt. gar nicht leisten könnten.
Wenn man allerdings vorhat, länger an einem Ort zu bleiben, ist das evt. weniger sinnvoll und man fährt besser und preiswerter, sich einfach eine Schule und Gastfamilie dort zu nehmen.

Warum empfehlen wir gerade diese Sprachschulen? Sind auch andere empfehlenswert? Welche? Welche nicht? Wieviel sollte man ausgeben?
Wir kennen natürlich nicht alle Sprachschulen in Ecuador persönlich, schon gar nicht in Quito. Wie so oft, sind es die persönlichen (guten) Erfahrungen, die man mit einer Schule gemacht hat. Leiter/Leiterin sowie die uns bekannten Professoren sind gut und nett und haben Erfahrung im Sprachunterricht, man wird weder übers Ohr gehauen noch bekommt man Lehrer, die vielleicht eigentlich Taxifahrer sind und noch nie unterrichtet haben, das ganze bei fairen, mittleren Preisen. Ein deutschsprachiger Kontakt wie bei Atahualpa in Quito ist für viele, vor allem wenn noch ohne Spanischkenntnisse, sehr hilfreich, außerdem ohne jegliche Mehrkosten oder Provisionen.
Grundsätzlich kann man sich eine Sprachschule auch erst vor Ort nach Ankunft suchen. Aber umso weniger Zeit man vor Ort hat, desto mehr will man keinen Reinfall mit einer Sprachschule erleben. Und falls man noch keinerlei Sprachkenntnisse hat, macht das die Suche vor Ort nicht grade einfacher...
Man kann auch 10 oder 20 Dollar pro Einzelstunde in Ecuador ausgeben, die Wahrscheinlichkeit für einen Reinfall ist dann noch geringer. Aber der Lernerfolg wird zu 2/3 vom selber Sprechen und täglichem Umgang im Alltag geprägt und nicht davon, ob der Lehrer einen Doktorgrad hat oder nicht.
Abzuraten ist aber in jedem Fall von Hinterhofschulen, die manchmal in (einfachen) Läden oder privat im Hof, der Stube oder der Küche von in der Regel völlig unqualifizierten Lehrern angeboten werden, und dementsprechend billig sind, ab ca. $2-3/h.
Eine gute Schule hat mehrere Lehrer/Angestellte, eigene Räumlichkeiten (ein Zimmer pro Schüler-Lehrer-Paar) und (zumindest etwas) Lehrmaterial, zumindest ein Teil der Lehrer/die Leiter verfügen über mehrjährige Lehrerfahrung und vermitteln (auch) neutrale Gastfamilien, die nicht direkt mit der Schule zusammenhängen. Preis ab ca. $5 pro Einzelstunde.

Welche Unterkunft nimmt man?
Unterkunft von Deutschland aus zu buchen, ist in der Regel nicht nötig. Zum Spanischlernen ist in jedem Fall Unterkunft in einer Gastfamilie (vermitteln die meisten guten Schulen verläßlich und ohne Provision) zu empfehlen und nicht in einem der üblichen Gringo-Hostals, auch bzw. grade wenn man zu mehreren ist und egal was jetzt etwas teuerer oder billiger sein sollte, sonst spricht man trotz Spanischkurs bis auf das Nötigste doch nur Englisch oder Deutsch.
Wie gesagt der Lernfortschritt liegt zu 2/3 am eigenen Praktizieren der Sprache und mit den üblichen Globetrotterhostels bzw. wenn man anynom und praktisch allein wohnt bringt man sich um diese 2/3.
Neben der Sprache ist eine Gastfamilie auch das Beste um Menschen und Kultur kennenzulernen. Der erst Tag mit Händen und Füßen ist etwas komisch aber dann wird es sehr nett und nach 1-2 Wochen ist man schon fast Familienmitglied.

Was sollte man schon aus Deutschland mitbringen?
Da Bücher in Ecuador horrend teuer sind, sind bei allen Schulen Unterrichtsmaterialien/Lehrbücher knapp, oft bekommt man nur (schlecht) kopierte Blätter. Daher nimmt man sich am besten aus Deutschland zum einen das übliche Mini-Langenscheidt Wörterbuch mit und - so man länger bleibt - noch eine kleine Grammatik (Verbkonjugationen...). Bei zwei Wochen vielleicht zu viel des Guten, aber dann kann man auch hinterher immer mal was nachschlagen. Und die Schulen freuen sich wegen den Preisen dort auch riesig, wenn man Ihnen ein (für uns) preiswertes Lehrbuch/Grammatik als Geschenk aus dem Ausland überläßt bzw. mitbringt (z.B. für nachfolgende Studenten aus Deutschland), das ist mindestens so beliebt wie Alkohol in Norwegen...


Saludos & Beste Grüße
Betty & Jo